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Places

Mittwoch, 20. Mai 2009

Neulich im Radlager ... OFFLINE TWITTER 3

Was Freund Norge am Ostersonntag zustieß, passierte uns letztes Wochenende: Wir fielen in ein Offline-Loch und wurden gedehnt wie Barilli-Nudeln. Von außen betrachtet dauerte das Ganze nur einen unverschämt guten neapolitanischen Kaffee lang. Im Radlager in der Windmühlgasse, das Rennrad-Oldtimer-Reparatur und Kaffeehaus-Rastakultur zusammenbringt, ohne dass die handgeformten Powidltascherln vom Brunnenmarkt nach Kettenöl schmecken.

P1000449-ohne-s1

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass an diesem Ort auch eine andere, subversive Schmiere feilgeboten wird, die - dick aufgetragen - davor schützt, dass man im Facebook oder an anderen einschlägigen Web2.0-Orten markiert wird. Stattdessen erscheint dort, wo der Körper war, eine Überinformation an Farbe: (C=100, Y=100, M=100, B=100) - Schwarz! Sie sehen den Beweis, indem Sie meine bessere Hälfte nicht sehen. Und das ist ganz in ihrem Sinn.

Chapeaut, meine Herren!

Freitag, 23. Januar 2009

Ein Berg für Berlin ...

Wenn es nach den Vorstellungen des Architekten Jakob Tigges und seines Büros Mila geht, soll auf dem alten Gelände des Flughafens Tempelhof in Berlin ein 1000 Meter hoher Berg aufgeschüttet werden. Mal sehen, ob diese Kritik an der Ideenlosigkeit der Stadtplaner auch wirklich ankommt. Der ORF zeigt sich wie gewohnt von seiner diskursresistenten Seite.

bergin-berlin

Die Verwirrung ist jedenfalls groß - nicht zuletzt durch die Projektbeschreibung selbst: "Das Resultat der Bergkampagne wäre eine real-existierende imaginäre Sehenswürdigkeit von hoher Anziehungskraft und großem Identifikationspotenzial. Tempelhof wäre im Bewusstsein nicht nur der Berliner. Die Leute würden in Scharen kommen, um den Berg nicht zu sehen."

Tschuldigung können Sie mir weiterhelfen? Und mir erklären, was eine "real-existierende imaginäre Sehenswürdigkeit" ist?

Die Gemsen (an dieser Stelle erteile ich - als selbstberufener Gamsanwalt - der neuen Rechtschreibung eine klare Absage) für diese erzählte Skulptur könnte ALMBLITZ zur Verfügung stellen. Wenn man uns fragt ... wir würden es ihnen als Urlaub in der Stadt verkaufen.

Donnerstag, 6. November 2008

Am Ende des Internet ...

Sie wissen, wie das so ist. Man flaniert so mir nichts dir nichts durch das Netz, schaut mal hier rein und mal da, pfeift sein Liedchen vor sich hin - denkt sich gar nichts. Denkste! Plötzlich eine Seitengasse und ich stehe vor diesem Schild. Ist das das Ende, denke ich. Vielleicht.

ende-des-internet

Sie wollen wissen, wo das war. Dann folgen Sie dem Bild. Es ist verlinkt.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Vielfalt statt Einfalt ...

Es ist ein Wissen, das früher zum Allgemeingut gehörte, heute aber nur mehr in Nischen gepflegt wird: "Wenn eine Alm nicht mehr bewirtschaftet wird, dann wächst sie zu." Man nannte es "Schwenden" - woher auch der Name "Gschwand" für Alm sich ableitet. Jeder Almbesitzer musste seinen Gschwand-Beitrag leisten, um die Weidetätigkeit des Jungviehs zu ermöglichen und damit indirekt die Artenvielfalt sicher zu stellen.

alm

Diese Erkenntnis, dass kulturelle und biologische Vielfalt nicht zu trennen sind, ist die Grundlage des Satoyama-Projekts auf der Wiener Bodenkultur. SATOYAMA, japanisch für „Dorfberge“, bezeichnet ursprünglich die Berghänge in der Nähe von Dörfern, welche die Reisbaulandschaft umrahmen. Heute ist es ein zentraler Begriff für die traditionelle japanische Kulturlandschaft inklusive der Dörfer, ihrer Bewohner und ihrer Lebensweise. Gleichzeitig beschreibt es auch die Bedeutung all dessen für die Biodiversität und die menschliche Lebensqualität.

Zur Zeit gibt es auf der BOKU zu diesem Thema eine Konferenz, bei der sich Wissenschafter aus elf Ländern über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Flower-Watching, Fish-Monitoring und Wood-Protecting austauschen.

Mein eindeutiger Favorit: Fish-Monitoring.

Montag, 4. Februar 2008

Opernball 2008 - Highlights ...

Gleich vorweg: Es war ein sensationell schaler Abend vor dem Fernsehgerät. Die machen doch wirklich vor der Oper eine rote Box mit Laufsteg, um dann keine einzige interessante Ankunftsszene einzufangen. Frau Stöckl ein gestelztes Martyrium. Frau Rett wie immer ein Klasse für sich - selbst während sie den italienischen Tenor Pier Miranda Ferraro beinahe verschlang. Und Frau Zimmermann leider entbehrlich, weil trotz ihres ZIB2-Nischenzugangs ohne erkennbares Konzept.

Kommen wir zu den Höhepunkten: eine gar nicht desperate Dame namens Teri Hatcher, deren Natürlichkeit entwaffend war, die Off-Muppets Hohenlohe und Wagner-Trenkwitz wie immer in ihrer eigenen Liga und Tobias Moretti, der uns im Interview wunderbar vor Augen führte, wie Klischees das Menschsein meist vermasseln.



Video-Hint by Rolf Mistelbacher

Dienstag, 11. Dezember 2007

Roadside Memorials ...

Wer im Web unterwegs ist, der tut dies zumeist in einem abgefahrenen Tempo. Draußen am Bildschirm ziehen die Pixel vorbei, während man drinnen versucht, die gescrollten Dinge auf die Reihe zu kriegen, sich einen Reim zu machen auf den Terror des Hintereinander. Es ist manchmal ein bisschen so wie der von der Geschwindigkeit völlig überforderte Ruskin in der Geschichte der Eisenbahnreise notiert: "Es gibt kein Geräusch, kein gemeinschaftliches Gelächter, nichts als lastende Stille ... das Reisen wird im genauen Verhältnis zu seiner Geschwindigkeit stumpfsinnig."

Doch manchmal kommt man an Orten im Web vorbei, da ticken die Uhren langsamer. Da kann man Luft holen und innehalten - so wie hier. Die Bilderserie nennt sich Roadside Memorials und liest sich wie ein Roadmovie, der verkehrt eingespannt wurde - falls diese Offline-Metapher hier noch eine Bedeutung hat.

01FilteredcrossPOLAR INERTIA - a journal of nomadic and popular culture - eine Fundgrube für Dinge, über die man auf Randgängen stolpert. urbanism, border zone und war spaces sind Rupriken für Fotostrecken, die vor allem auch aus der Spannung zum Text leben. Meine Favoriten sind die Haiku-artigen Bildtexte im Photoblog - bei dem den Verfassern leider schnell die Luft ausging. Auch eine Frage des Tempos?

So hetzen wir weiter - von einer Homepage zur anderen und sind letztlich getriebene Hunde der Versprechung, die hinter jedem neuen Link auf uns wartet. Wir suchen unser Heil in der Bewegung und messen die Qualität eines Online-Ortes an den Links, die er bereithält, um schnell wieder von ihm fortzukommen. Hoch die Tassen!

ALMBLITZ ...

... happens when shepherds and dairymades in the mountains come together ones a while. It's a narrative flash, it's stories, faces, specially charged moments in time. It's about making content happen.

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