Ein Philosoph (Tonninger) und ein Ethnohistoriker (Bacher) unternehmen eine zweiwöchige Expedition in die SECOND WORLD.
Sie verschwinden im Netz wie Livingston im Kongo verschwand.
Sie kehren zurück mit Funden, Artefakten, Erzählungen, Strukturen, die die Ethnien dieser zweiten Welt beschreiben.
Ausstellung im Volkskundemuseum; eine wahrhaft innere Ethnografie!
coyote05 - 24. Feb, 12:21
In der Tradition der Linzer „Klangwolke“, bei der alle Linzer und Linzbesucher Teil eines Klangerlebnisses (Anton Bruckner…) wurden und diese z.T. mit gestalteten (Radios ins Fenster stellen) erzeugen wir eine Informations- und Content „Wolke“, mit der man sich durch Stadt bewegen kann.
Mash Up technologies, Geo-Tagging und Social Tagging ermöglichen erstmals die Erfassung, Verbindung und dezentrale Herstellung von Infos und Inhalten aus unterschiedlichsten Bereichen: Kunst, Kultur, Sport, Tourismus, NGOs, Private …
Device: Der CONTENT CLOUD NAVIGATOR LINZ 09 ist ein handliches Tool zur Stadterschließung auf allen Ebenen, in allen Bereichen. Ein individueller Stadtführer.
These: Jeder Weg durch die Stadt ist einzigartig, ein individuelles Werk (vgl.: Lucius Bruckhardts „Promenadologien“).
Linz wird überzogen von einem immer dichter werdenden Netz aus Begehungen, Bewegungen zwischen Netzwerkknoten (Bild: Neuronen/Besucher und Synapsen/Contentknoten).
Es entsteht ein einzigartiges Bild von Beziehungen/Relationen. Bio-Mapping .
Das wird große Kunst.
Linz ist der optimale Boden dafür (Klangwolke, Ars Electronica).
Linz 2009 ist er optimale Zeitpunkt dafür.
coyote05 - 24. Nov, 12:15
Das Projekt „ALMBLITZ – Reise in eine alpine Kultur“ versucht, auf Basis bereits bestehender Mash-Up Technologien, eine Plattform einzurichten, die speziell ländlichen / alpinen Regionen in ihrer Identitäts- und Kulturarbeit sowie im Bereich Tourismus unterstützen und befördern soll.
Den inhaltlichen Kern bilden dabei qualitative Interviews mit HirtInnen und Sennern/SennerInnen einer bestimmten alpinen Region, aus denen webfähige Hörstücke entstehen. In Verbindung mit der von Map Tales speziell für das Projekt zu entwickelnden Applikation soll das Potential multimedial verschränkten Erzählens (story telling – Audiogeschichten, Geo-Tagging, Text, Bild) gezeigt und der Region sowie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als Benchmark präsentiert werden.
Norbert Bacher (Ethnohistoriker) und Wolfgang Tonninger (Philosoph, Kommunikationsberater, IT-Content Entwickler) gehen im Sommer 2008 von Alm zu Alm und sammeln Geschichten einer nachgerade archaischen, für die Region Identität stiftenden Kultur.
Philipp Wassibauer (maptales, co-founder) entwickelt und betreut das Projekt von der technischen Seite her.
„ALMBLITZ – Reise in eine alpine Kultur“ ist im Web in Echtzeit mitvollziehbar, als Online-Tagebuch mit Wege- und Positionseintragungen in der Geo-Map, mit Texten, Fotos und ersten Audio-Samples.
Mit dem Almabtrieb kehren die Forscher zurück ins Studio, zur Auswertung und Verarbeitung der Ergebnisse. Die Post-Produktion umfasst in erster Linie die durchgehende Aufbereitung des Audio-Materials (siehe Ethnografische Methode / Oral History) sowie die Fertigstellung einer offenen, erweiterbaren Online Plattform, die der ausgewählten Region zur kontinuierlichen Kulturarbeit zur Verfügung gestellt wird.
Das Projekt im Detail
1. Ethnographische Methode, Oral History
„Menschen erkennen einander am Klang ihrer Stimme.“
Erzählte Geschichte / Oral history hat sich eine festen Platz in den Kulturwissenschaften erobert. Es ist an der Zeit, die menschliche Stimme in die Diskurse des Web 2.0 zu integrieren!
Abgeleitet aus Methoden der Ethnographie bzw. Ethnohistorie werden die qualitativen Interviews entlang eines strukturierten Leitfadens geführt. Die Fragen sind nicht mehr als Orientierungsmarken im Erzählfeld der alpinen Kultur. Die Gespräche werden so frei als möglich und so strukturiert wie nötig geführt. Nur so entsteht Raum für Neues, Ungehörtes.
Alle Interviews werden digital, als Audio-Files, aufgezeichnet. Das so entstandene Rohmaterial wird in der Postproduktion am Notebook nachbearbeitet und zu einer lebensnahen Dokumentation entwickelt: Studioregie, Nachbearbeitung der Tonqualität, Rohschnitt, Feinschnitt, Einteilung in Kapitel, Sprechertexte.
Wichtig: allfällige Zwischenfragen werden aus dem Tonmaterial heraus geschnitten, damit die Geschichte „wie aus einem Guss“ klingt.
Im Zentrum steht dabei die Authentizität der Erzählungen: „DAS LEBEN SELBST SCHREIBT DIE BESTEN GESCHICHTEN“.
2. Bedeutung für das Internet/Web 2.0
„ALMBLITZ – Reise in eine alpine Kultur“ versteht sich als Pilotprojekt eines Neuzugangs zur Nutzung verschränkter Web 2.0 Anwendungen.
Mit der Einbettung der Erzählungen (als MP3-Audio-Files) in die maptales Web-Plattform wird eine im Internet bislang kaum genutzte mediale Ebene vorgestellt und auf ihr Potential hin überprüft.
Das Potential von Audio-Erzählungen im Web:
+ neue Qualität: als klare Differenz zu anderen, „konventionellen“ Webauftritten.
+ neue Qualität: gesprochene Sprache bringt Konzentration auf die menschliche Stimme, erzählte Geschichten vermitteln Zeit- und Kulturgeschichte anschaulich, lebensnah und niederschwellig.
+ der Boom im Bereich des (Online)-Hörbuchs zeigt: es besteht eine hohe Nachfrage nach Audio-Produktionen dieser Art. Im Unterschied zu visuellen Medien (Video, Foto) und Text ist der User nicht an das Interface, den Bildschirm gebunden.
3. Nutzen für die Region
Bereits in der Pilotphase des Projektes zeigen sich klare Vorteile für die Region:
+ Erweiterung und Ergänzung ihrer bisherigen Webpräsenz
+ Alleinstellungsmerkmal (unique selling proposition / USP)Hörgeschichten
+ Stärkung der regionalen Identität und des Geschichtsbewusstseins nach innen
+ Touristen werden lebendig angesprochen
Nach der von netidee geförderten Phase wird die Web-Plattform von der Region selbständig weiter betrieben und inhaltlich ausgebaut. Es entsteht ein interaktives Online-Museum. Eine Region dokumentiert und präsentiert sich über erzählte Geschichte/n.
coyote05 - 12. Aug, 11:23
Im Rahmen von Netidee 2006 gab es 2 Projekte (Netidee #939 und Netidee #958), die das Thema Geo-Tagging theoretisch und praktisch aufnahmen und weiterführten. Gleichzeitig zeigen konkrete Anwendungsbeispiele (Flickr, Maptales, … ), dass dabei die inhaltlichen und erzählerischen (Tales!) Potenziale bei weitem nicht ausgeschöpft werden. Auch die im Rahmen von Netidee entwickelte Maptales-Plattform wartet noch auf ihre Killer-Applikation.
Der Mainstream der Entwicklungen im Bereich Geo-Tagging findet im Consumer-Bereich statt und führt zu einer Überflutung mit Inhalten, die weitgehend beliebig und sehr oft falsch sind. Der Grund liegt darin, dass auf einer global zur Verfügung gestellten und frei befüllbaren Technologie-Plattform keine inhaltliche Selektion stattfinden kann, wenn nicht auf regionaler Ebene kuratorische Arbeit geleistet wird.
Die globale Zukunft von Geo-Tagging liegt eben nicht in einem ubiquitären Einerlei, sondern in der Kreation von redaktionellen Mikrokosmen / lokalen Subwebs, die präzise bespielt werden.
coyote05 - 8. Aug, 09:59